Donnerstag, 12. Januar 2012

Verblendung

Das Buch habe ich immer noch nicht gelesen, aber die schwedische Verfilmung aus dem Jahr 2009 gesehen. Insofern war ich zumindest inhaltlich einigermassen auf die Neuverfilmung des Stieg Larsson Thrillers "Verblendung" vom amerikanischen Regisseur David Fincher vorbereitet. Und ich hatte ausreichend Vorurteile im Kino mit dabei, denn als fleissiger Lichtspiel-Konsument weiss man ja: die Amis glauben immer, sie können es besser als die ollen Europäer.

Was ich dann gesehen habe: eine SENSATIONELLE Rooney Mara als verkorkst-eigenbrötlerische Hackerin Lisbeth Salander. Einen überzeugenden Daniel Craig, der in seiner Darstellung des Journalisten Mikael Blomkvist durch Zurückhaltung glänzt. Ein Nebeneinander von wunderschönen Landschaftsaufnahmen und verstörenden Grausamkeiten. Ein Plot, der spannend war, obwohl ich ihn schon kannte. Ein Film, der seine ganzen 158 Minuten hindurch fesselt.

In meinen Augen alles richtig gemacht, Mr. Fincher. Manchmal können sie es eben wirklich besser, die Amis.

Verblendung
Thriller
USA/Schweden/GB/D, 2011
Regie: David Fincher

Montag, 5. Dezember 2011

In Time

Sie rennen und rennen und rennen und rennen. Justin Timberlake und Amanda Seyfried hetzen sich durch einen Film, in dem es um Zeit geht. Die ist nämlich knapp in einer futuristischen Welt, in der die Menschen ab 25 nicht mehr altern sondern nur noch ein Jahr zu leben haben. Verlängern können sie ihr Leben durch Arbeit, die mit Zeit entlohnt wird.

Dieses System spaltet die Gesellschaft in de facto unsterbliche Superreiche und das bettelarme Fußvolk, das permanent mit einem Bein im Grab steht. Da fällt dann schon mal eben jemand auf der Straße tot um, weil ihm die Zeit ausgegangen ist. In dieser ungerechten Welt nimmt der arme Justin die reiche Amanda als Geisel, weil er (natürlich zu Unrecht) des Mordes verdächtigt wird. Ab dann wird gerannt, was das Zeug hält.

Was ein Thriller mit Tiefgang hätte werden können, ergeht sich schlußendlich in endlosen Verfolgungsjagden und puristischer-kühler Optik. Amanda Seyfried hat Cool-Schauen erfolgreich geübt und auch das Rennen in High Heels klappt bewunderswert gut. Unterhaltsam ist "In Time" allemal, nur schade, dass es nicht ein bisschen mehr geworden ist. Vielleicht fasse ich mir ein Herz und lese einfach mal wieder "Momo".


In Time - Deine Zeit läuft ab
SciFi-Thriller
USA, 2011
Regie: Andrew Niccol

Samstag, 3. Dezember 2011

Shark Night 3D

Schon am Anfang des Films ist sonnenklar, wer die nächsten eineinhalb Stunden überleben wird. Es sind nicht viele. Das macht aber nichts, deswegen ist man schließlich da. Knackige StudentInnen in Badezeug, ein Haufen blutrünstiger Haie, eine an den Haaren herbeigezogene Rahmenhandlung und, tadaah, fertig ist der 3D-Blutspritz-Horrorschocker.

Wer das nicht alles schon 1000mal gesehen hat, ist entweder sehr jung oder dem Genre gänzlich abgeneigt. Und der verpasst leider das Beste an diesem filmischen Machwerk: die Komik, die der überzogenen Story und den klischeehaften Charakteren entspringt. Hier zeigt der Film nämlich echtes Potential.

Die Erwartungen an der Kinokasse abgeben und einfach zurücklehnen - wer das schafft, wird Spaß haben. Wer nicht, wird sich zumindestens an den zahlreich vorhandenen 3D-Unterwasser-Blubberblasen erfreuen können. Die sind optisch nämlich wirklich megacool!

Shark Night 3D
Haihorror
USA, 2011
Regie: David R. Ellis

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Happy Feet 2

Jaa, die Pinguine sind eh süß.
Jaa, sie können herzerweichend singen.
Jaa, sie tanzen mit ihren Patschefüßen, dass der Südpol wackelt (bis auf einen).
Und jaa, sie lernen in 100 Minuten Film wichtige Dinge fürs Leben. In 3D.

Aber halloho, echt jetzt mal: SINGENDE und TANZENDE Pinguine??? Pixars sprechende Autos waren schon hart an der Grenze des Vorstellbaren, aber eine "Hab' ein Lied auf den Lippen"-Seevogelsippe ist pretty much... too much.

Wenigstens singt und tanzt das Federvieh nicht die ganze Zeit. Zwischendurch gilt es, existentielle Probleme zu lösen. Denn durch die Kollision mit einem Eisberg ist das gesamte Pinguinvolk in einem Tal gefangen und zum Verhungern verurteilt, wenn nicht schnell ein Ausweg gefunden wird. Nur Pinguin Mumble und sein Sohn Erik, die zufällig von dem Unglück verschont bleiben, können jetzt noch helfen. Eine wunderbare Gelegenheit für Erik zu zeigen, was in ihm steckt. Der Kleine fühlt sich nämlich total fehl am Platz, weil er der Einzige in der Verwandtschaft ist, der beim Stepptanzen immer über seine eigenen Schwimmhäute stolpert.

Glaube, Freundschaft, Liebe, Singsing und Tralala, schön animiert, mit angemessenen 3D-Effekten. Ganz nett - mehr aber leider nicht. Ich jedenfalls freue mich jetzt noch ein bisschen mehr auf den frechen Kater mit den Stiefeln und dem spanischem Akzent!

Happy Feet 2
Animation
Australien, 2011
Regie: George Miller